Literatur in Dortmund

Veranstaltungen unter Beteiligung von Autorinnen und Autoren des Vereins für Literatur oder des Vereins mit Kooperationspartnern:

Gruppe 61

Autor Wolfgang Körner gestorben

Einer der bedeutendsten Dortmunder Schriftsteller, Wolfgang Körner, ist gestorben.

Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als „eigensinnig“, „mit Ecken und Kanten“, als „guten Freund“ und Schriftsteller, der sich für andere engagiert hat. Wolfgang Körner (1937–2019), Breslauer und Wahl-Dortmunder, ist am 25. April im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war und bleibt ein bedeutender Autor, der Werke geschaffen hat wie den „Nowack“-Roman (1969), einen der wichtigsten und breit rezipierten literarischen Auseinandersetzungen mit dem Ruhrgebiet, ein inzwischen kanonisch gewordener sozialkritischer Roman. Als Mitglied der „Dortmunder Gruppe 61“, in der Max von der Grün, Günter Wallraff, Erika Runge seine Kolleg*innen waren, schrieb er über die Arbeitswelt der Angestellten, so etwa in seinem Roman „Versetzung“ (1966). ... [weiterlesen auf dortmund.de]

Vielfalt statt Einfalt:
Deutscher PEN setzt Zeichen gegen Intoleranz —PEN-Jahrestagung in Chemnitz erfolgreich beendet

Mit der Matinee “Heimat heimatlos” geht am Sonntag in Chemnitz die diesjährige Jahrestagung des deutschen PEN-Zentrums zu Ende. Die Tagung stand unter dem Motto “Endlich morgen vielleicht” von der Chemnitzer Autorin Kerstin Hensel.

In diesem Jahr standen wieder Wahlen auf dem Programm. Regula Venske wurde als PEN-Präsidentin wiedergewählt. Neuer Generalsekretär ist Heinrich Peuckmann, der seinen Vorgänger Carlos Collado Seidel ablöste. Zum neuen PEN-Vizepräsidenten und Writers-in-Exile Beauftragten wählten die PEN-Mitglieder Leander Sukov. Hermann-Anders Korte wurde zum Schatzmeister gewählt. Vizepräsident Ralf Nestmeyer (zuständig für das Writers-in-Prison-Programm) wurde in seinem Amt bestätigt. Neu im Präsidium sind die Beisitzer Vera Botterbusch, Joachim Helfer, Barbara Krohn, Simone Trieder und Astrid Vehstedt.

23 Autorinnen und Autoren wurden – vorbehaltlich ihrer Unterzeichnung der Charta des internationalen PEN – neu aufgenommen, darunter Lena Falkenhagen, Jeanette Erazo Heufelder, K.P. Wolf und Deniz Yücel.

Die in Chemnitz versammelten PEN-Mitglieder bedauern ausdrücklich die Entscheidung des Staatsministeriums für Kultur und Medien, sich aus der Förderung der Feierlichkeiten für Hegel, Hölderlin und Celan zurückzuziehen, und fordern es auf, diese Entscheidung zu überdenken.

Mit ihrer “Chemnitzer Erklärung” verwahren sich die PEN-Mitglieder gegen jeden Versuch rechtsnationaler Gruppierungen, die Freiheit der Kunst einzuschränken oder zu beschneiden. Gemäß der Charta des internationalen PEN stehen die Mitglieder dafür ein, die Freiheit des Wortes, der Meinung und der Kunst zu verteidigen.

Der Wortlaut der Resolutionen ist in Kürze auf der Homepage des deutschen PEN unter www.pen-deutschland.de zu finden.

Der deutsche PEN ernennt den ukrainischen Filmemacher und Autor Oleg Senzow fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dessen Festnahme durch die russischen Behörden zu seinem Ehrenmitglied. “Senzow ist ein Symbol für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Russland und muss sofort und bedingungslos aus der Haft entlassen werden”, sagte Nestmeyer in Chemnitz. Wegen angeblichen Terrorismus’ wurde er in einem unfairen Prozess von einem russischen Militärgericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Derzeit befindet er sich in einer sibirischen Strafkolonie für Schwerkriminelle in Labytnangi, tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat auf der Krim.

Die Jahrestagung 2020 findet vom 7. bis 10. Mai in Tübingen statt.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Heinrich Peuckmann
Generalsekretär

EINLADUNG: WHITMAN@200 / EXPERIMENT DEMOKRATIE

Am 31. Mai 2019 feiern wir den 200. Geburtstag von WALT WHITMAN, dem U.S.-amerikanischen Dichter der Demokratie. Whitman war der Meinung, dass Dichtung sich an alle wenden muss, dass alle Mitglieder der Gesellschaft in ihr vorkommen und sich angesprochen fühlen sollen. Er richtet sich an Arme und Reiche, Handwerker, Arbeiter und Bauern, Künstler und Lehrer, an die Mitte der Gesellschaft, Einwanderer und Minderheiten.

In seinem Hauptwerk GRASHALME (LEAVES OF GRASS, erste Auflage 1855) stehen Stadt und Technik neben Natur und Sexualität. Er ist der erste globale Dichter: In vielen seiner Texte spricht er die Welt außerhalb Amerikas an - und nicht nur Europa. Dichter/innen aus der ganzen Welt haben ihm geantwortet. Seine Lyrik hat ungeheuren Einfluss auf die Weltliteratur gehabt: Seit Whitman müssen Gedichte nicht mehr gereimt oder in komplexer poetischer Sprache verfasst sein.

Studierende und Mitarbeiter/innen der Amerikanistik der TU Dortmund feiern Whitmans Geburtstag zusammen mit der Stadt Dortmund und dem Amerika Haus NRW am Freitag, 31. Mai 2019, 18-20 Uhr, in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses am Friedensplatz.

Whitman-Gedichte werden, neben dem englischen Original, in Übersetzung in 14 Dortmunder Sprachen gelesen: auf Deutsch (von Kammerschauspielerin Barbara Blümel), Albanisch, Arabisch, Farsi, Griechisch, Italienisch, Kurdisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Serbokroatisch, Spanisch und Türkisch. Es gibt Whitman-Musik, Whitman-Film, Whitman-Kunst und eine Whitman-Ausstellung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Wenn möglich, kontaktieren Sie uns vorab, damit wir besser planen können. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung: Tuerel.Tan@tu-dortmund.de

Mit herzlichen Grüßen

Walter Grünzweig & Randi Gunzenhaeuser
und die Studierenden und Mitarbeiter/innen der Dortmunder Amerikanistik

 

Whitman
Whitman
Menno Wigman

Menno Wigman

Intensivstation

Zwei Wochen in mein eigenes Grab geschaut,
so tief, und hätte fast versagt.
Mein Herz am Ende, Brustkorb aufgebrochen,
ich stritt verwirrt, verwaist, unendlich matt,
nichtig wie eine Schachfigur des Rubáiyát,

dann kämpfte ich mich durch ins Leben.
— Ein Traum im Traum, ein Blitz, ich sah
das nasse Grab, das die Geburt einst war
und schwamm ins Licht, ein üppig flüssig Licht.

Zwei Wochen in mein eigenes Grab geschaut,
so tief, dass ich das Grundwasser dort sah —
mein Brustkorb bellte, o, ich ging ran, ganz nah.

Zwei Wochen, in mein eigenes Grab zu starren.
Der Tod, ich sah ihn da, wie er aus Wasser war.

(aus dem Band Slordig met geluk. Amsterdam 2016)
aus dem Niederländischen von Ellen Widmaier

In memoriam Menno Wigman

Am 1. Februar 2018 starb der niederländische Lyriker und Essayist Menno Wigman (geb. 1966) an den Folgen einer schweren Herzerkrankung. Er war einer der beliebtesten und erfolgreichsten Dichter des Landes. Sein Verlag Prometheus in Amsterdam bezeichnet seinen Tod als schweren Schlag für die niederländische Poesie.
2012 übersetzte Ellen Widmaier im Rahmen der Werkstatt „Dichter übersetzen Dichter“ in enger Zusammenarbeit mit Menno Wigman 15 seiner Gedichte ins Deutsche, erschienen in der Reihe roterfadenlyrik Edition Haus Nottbeck. Der Lyriker Michael Starcke schrieb seinerzeit in einer Rezension dieses Bandes (Afspraken – Verabredungen): „Mitreißend sind seine (Wigmans) schnörkellosen, geradlinigen und lebensnahen Gedichte,... großartige Gedichte ohne Pathos, direkt und offen, mit klaren Worten, eindringlich und kunstvoll arrangiert, Gedichte, wie der Mensch sie wünscht und braucht.“
Zur Frankfurter Buchmesse 2016 erschienen dann im parasitenverlag 33 Gedichte in der Übersetzung von Gregor Seferens.
Wir trauern um unseren Freund Menno Wigman, der uns viel zu früh verlassen hat.

Nicht die Macht der Steine

Heinrich Peuckmann

Gedichte

Das Gorbatschow Vermächtnis

Achim Albrecht

Agententhriller

über malungen

Monika Littau

Gedichte

[lila we:]
literaturland westfalen

Verschiedene Dortmunder Veranstalter beteiligen sich an dem Projekt "literaturland westfalen", das die ganze Vielfalt literarischer Veranstaltungen in unserer näheren und weiteren Umgebung zeigen soll.

Wir empfehlen den Besuch der Internetseite www.literaturlandwestfalen.de.
Dort gibt es auch viele weitere (Dortmunder) Literatur-Termine.