Heinrich Peuckmann | Zweites Leben
Heinrich Peuckmann:
Zweites Leben.
Kriminalroman

Anselm Beckers vierter Fall
Aschendorff Verlag, Münster 2008
12.80 Euro Format: 13,5x21

Am Anfang von Peuckmanns neuem Krimi „Zweites Leben“ steht der brutale Überfall auf einen Geldtransporter. Mit einer Panzerfaust bedrohen die Täter die beiden Geldboten. Sie selbst tragen eine Clowns- und eine Horrormaske, als handle es sich um einen Karnevalsauftritt. Mehr als 700.000 Euro beträgt ihre Beute.
Kommissar Anselm Becker ist verwirrt. Was hatte die Verkleidung zu bedeuten? Und vor allem, haben sie von den Geldboten oder von Bankangestellten einen Tipp bekommen? Aber die Überprüfung bringt nichts. Lange tappen Anselm Becker und seine Mitarbeiterin Sibel Dogan im Dunklen, bis Anselm Becker plötzlich auffällt, dass er in diesem Fall nicht mit der üblichen Polizeiroutine weiterkommt. Im Gegenteil, manchmal scheinen die Täter genau das Gegenteil von dem gemacht zu haben, was die Polizei annehmen musste. Erst als Anselm Becker das erkennt, spürt er, dass er den Tätern näher kommt und fühlt gleichzeitig, dass auch sie ihm näher kommen. Wer verfolgt hier eigentlich wen?
Nicht nur spannend wie seine drei Vorgängerbände ist dieser Krimi, er verbreitet zusätzlich eine geheimnisvolle, bedrohliche Stimmung.
Erst als ein Mord geschieht, ahnt Becker die Lösung und gerät prompt in Lebensgefahr.
Zwei Dinge sind allen Anselm-Becker-Krimis von Peuckmann gemeinsam. Hinter der spannenden Handlung schimmert stets ein großes gesellschaftliches Thema auf. In „Teufelszeug“ muss Anselm Becker sich mit der Frage beschäftigen, woher das Böse und gerät prompt auf die Spuren einer teuflischen Sekte. In „Schillers Vermächtnis“ ließ sich Peuckmann von den Gefahren der Parallelgesellschaften anregen, dargestellt am Dortmunder Norden. Diesmal reicht das Thema weit zurück in die bundesdeutsche Geschichte. Bis in den deutschen Herbst, in die Zeit des Terrorismus führen Anselm Becker die Spuren in „Zweites Leben“. Ein hochaktueller Krimi also.
Und noch etwas verbindet Peuckmanns Krimis. Er lässt sie in Westfalen spielen, er verortet die großen Themen unserer Zeit in das westfälische Umfeld. Dortmund, Münster, Werne, Unna, Selm sind Handlungsorte, die der Leser unschwer wiedererkennt. Dass sich auch an diesen Orten die bewegenden Themen unserer Zeit abspielen können, nimmt der Leser mit großem Vergnügen zur Kenntnis.