Ellen Widmaier | Und Dann traf ich Arjeta
Ellen Widmaier
Und dann traf ich Arjeta
Verlag Gollenstein
September 2008


Die Titelgeschichte dieses Erzählbandes ist ein autobiografisch gefärbter Rückblick auf die 70er Jahre und nimmt die Leserin/den Leser mit auf den Balkan. Die Ich-Erzählerin reist als Delegierte einer kommunistischen Splitterpartei an der Seite der Schriftstellerin Arjeta („Goldenes Leben“) durch Albanien in der Hoffnung, teilzuhaben am sozialistischen Befreiungsprogramm des „neuen Menschen“.
Die Begegnung der beiden Frauen, das Fremdsein, die sich entwickelnde Nähe spiegeln sich im inneren, streitbaren Dialog der Ich-Erzählerin mit ihrem Alter Ego, das auf den Decknamen Jana hört und für die „reine Lehre“ zuständig ist. Im Verlauf der Reise baut sich eine beklemmende Spannung auf, die für die Ich-Erzählerin damit enden wird, dass sie aus ihrer Partei „hinausgesäubert“ wird – in der Bundesrepublik damals nichts weiter als Theaterdonner.
Erst im späteren Rückblick erschließt sich die Frage: Wird Arjeta, die albanische Freundin, ebenfalls Opfer der nächsten Säuberungswelle sein – in diesem Fall mit all den tragischen Folgen, die ein realkommunistisches System an der Macht zu bieten hat?

Zehn Erzählungen über die Möglichkeiten und Grenzen der Freiheit, über Aufbruch, Hoffnung, Enttäuschung, Leidenschaft, Liebe und Heimweh

 


ISBN-10: 3938823429
ISBN-13: 978-3938823422